Substitution

Behandlungen mit den sogenannten »Ersatzdrogen« wie Methadon, Polamidon, Subutex oder Suboxone einzuleiten und zu begleiten gehören für uns zu den leistungsfähigsten ambulanten Methoden in der Arbeit mit Heroinabhängigen.
Unsere Erfahrungen haben gezeigt, dass dadurch Veränderungsprozesse in Gang gesetzt werden können, die meist eine deutliche Verbesserung der Lebensbedingungen bewirken.
Mit der Umstellung auf die sauber dosierten und unter ärztlicher Kontrolle vergebenen Medikamente soll eine Ablösung aus den subkulturellen Bezügen der Drogenszene erleichtert werden.
Die Gesundheitsgefährdungen durch verunreinigte illegale Substanzen und Spritzutensilien oder durch Überdosierungen werden aufgehoben, der Beschaffungsdruck entfällt.
In gleichem Maße eröffnen sich für die Behandelten zeitliche Spielräume und werden Energien freigesetzt, die zuvor allein von Drogenkriminalität und -konsum gebunden worden waren.


Das Programm

Die medizinische Behandlung (»Ersatzstoffvergabe«) selbst findet nicht in unserer Einrichtung statt. Wir vermitteln gezielt und dezentral in mehrere Arztpraxen der Stadt und des Saalekreises, mit denen wir ein stabiles Behandlungsnetz aufgebaut haben. Mit den dort tätigen Ärztinnen und Ärzten arbeiten wir nach gleichen Behandlungsstandards und abgestimmten Behandlungsvereinbarungen.

Neben der Einleitung der Behandlung sehen wir unsere eigene Aufgabe in der individuellen psychosozialen Begleitung des Behandlungsprozesses: sie reicht von lebenspraktischer Alltagsunterstützung über die Erarbeitung von Strategien der Konsumreduktion und die Integration in tragfähige soziale Bezüge oder den Beschäftigungsmarkt bis hin zu psychotherapeutischen Hilfen und die Vermittlung in stationäre Langzeittherapien.


Was Du von uns erwarten kannst

Du bist schon länger auf Heroin und willst in die Substitutionsbehandlung?
Zuerst führen wir ein Informationsgespräch, bei dem abgeklärt wird, ob Du die Behandlungsbedingungen erfüllst und wie die Behandlung ablaufen könnte. Dazu kannst Du gern auch die Offene Sprechstunde nutzen.

In einem Zweitgespräch legen wir dann gemeinsam die Behandlungsziele in einer Vereinbarung fest und entscheiden, bei welchem Arzt angefragt wird. Darum kümmern wir uns dann und in aller Regel werden wir Dir einen Arzttermin innerhalb von ein bis spätestens zwei Wochen anbieten können.

Wenn die Behandlung dann angelaufen ist, können wir uns hier regelmäßig zu Beratungen sehen oder Dich – wenn Du willst – auch in das Ambulant Betreute Wohnen aufnehmen.
Wir helfen Dir bei der Wohnungssuche oder der Schuldenregulierung, in gerichtlichen Auseinandersetzungen oder bei der Erfüllung von Auflagen, bei der Beantragung von Sozialleistungen oder von Therapien, bei der Orientierung auf dem Arbeitsmarkt oder dem Nachholen des Schulabschlusses, bei Auseinandersetzungen in der Familie oder Konflikten in der Partnerschaft.
Überall dort wo wir Dir nicht selbst weiterhelfen können gibt es Netzwerkpartner, die wir Dir empfehlen können. Und wenn wir die auch (noch) nicht kennen, suchen wir sie…
Versprochen.

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