25. September 2026
Warnmeldung – Todesfall nach PHM Einnahme
Ein Landeskriminalamt meldet den Todesfall eines jungen Mannes vor wenigen Tagen, der mit hoher Wahrscheinlichkeit im Zusammenhang mit als PHM (N-Phenethyl Noroxymorphone) und Alpravalzafone verkauften Substanzen sowie weiteren Substanzen (Mischintoxikation) steht.
Bei PHM handelt es sich um ein neu auf dem Schwarzmarkt aufgetretenes synthetisches Opioid, das strukturell mit Oxymorphon und Naltrexon verwandt ist. Es weist allerdings eine etwa doppelt so hohe Potenz am Mu-Opioidrezeptor auf wie Oxymorphon. PHM wurde bereits in den 1960-ern als mögliches Schmerzmittel entwickelt, aber nie vermarktet. Es liegen nur wenige Daten vor (https://www.drugsandalcohol.ie/41985/#:~:text=In%20vitro%2C%20it,mu-opioid%20receptor).
Alpravalzafone ist ein Prodrug des Benzodiazepins Alprazolam (Wirkstoff in Xanax oder Tafil).
Die beiden Substanzen wurden mutmaßlich in Plastiktütchen verkauft. PHM und Alpravalzafone weisen seit einigen Monaten eine hohe Verfügbarkeit in Research-Chemical-Shops im Clearnet auf und werden in einschlägigen Drogenforen rege diskutiert. Es muss daher von einer relativ hohen Verbreitung unter Personen, die Substanzen online beziehen, ausgegangen werden.
Vor der Einnahme dieser Substanzen wird gewarnt.
Während kaum spezifische Informationen vorliegen, ist davon auszugehen, dass die üblichen Safer-Use-Hinweise (Vermeidung von Mischkonsum, nicht alleine konsumieren und Naloxon vorrätig haben!) auch bei PHM anzuwenden sind.
24. September 2026
Warnmeldung – PMMA-haltige Tabletten als „Ecstasy“ verkauft
Aktuelle Risikokommunikation des European Drug Alert System (EDAS) der EUDA
Seit Juni 2026 haben Drug-Checking-Angebote in Österreich, Belgien, den Niederlanden, Spanien und der Schweiz Tabletten nachgewiesen, die als Ecstasy verkauft wurden, aber PMMA (para-Methoxymethamphetamin) enthielten. Aus Deutschland liegen derzeit keine Fälle vor. Aufgrund der Verbreitung in mehreren Nachbarländern und der daher erhöhten Wahrscheinlichkeit einer Verbreitung auch in Deutschland leiten wir den Hinweis trotzdem weiter.
Der PMMA-Gehalt variierte erheblich. Einige Tabletten enthielten mehr als 100 mg PMMA, was als potenziell lebensbedrohlich eingestuft wird. Manche Tabletten enthielten ausschließlich PMMA, andere zusätzlich MDMA sowie in geringerem Umfang Ketamin oder Amphetamin.
Die betroffenen Tabletten trugen unterschiedliche Logos und Designs, darunter „Trump“, „Red Bull“, „Club 555“ und „Abarth“ (Fotos siehe Anhang). Derzeit ist unklar, ob die gemeldeten Tabletten auf eine gemeinsame Quelle oder einen gemeinsamen Produktionsprozess zurückzuführen sind. Nach den vorliegenden Informationen wurden die Tabletten über verschiedene Vertriebswege verbreitet, darunter Dealer, soziale Bezugsnetzwerke und das Darknet.
Warum ist PMMA gefährlich?
PMMA ist eine psychoaktive Substanz, die mit einem hohen Risiko akuter Toxizität verbunden ist, da der Abstand zwischen wirksamer und potenziell tödlicher Dosis gering ist.
Schwere akute Vergiftungen können unter anderem umfassen:
- Hyperthermie
- Agitation
- Krampfanfälle
- Rhabdomyolyse
- daraus resultierendes Herz-, Leber- oder Nierenversagen
PMMA wurde mit schweren und tödlichen Vergiftungen sowie Vergiftungsausbrüchen in Verbindung gebracht.
Da PMMA in der Regel nicht gezielt nachgefragt wird, erfolgt die Exposition wahrscheinlich überwiegend über Produkte, die als Ecstasy verkauft werden. Personen, die diese Tabletten erwerben, wissen möglicherweise nicht, dass sie PMMA statt MDMA enthalten. Da die Wirkung von PMMA als schwächer oder verzögert wahrgenommen werden kann als die von MDMA, besteht das Risiko, dass zusätzliche Dosen eingenommen werden, bevor die volle Wirkung eintritt. Dies kann das Risiko einer Überdosierung und schwerer akuter Vergiftungen erhöhen.
Downloads
20. Juli 2026
Warnmeldung – gefälschte Xanax-Tabletten
Hier eine neue Information vom IFT Institut für Therapieforschung gGmbH mit einer Warnung zu gefälschten Xanax-Tabletten:
„Eine im April in einem deutschsprachigen Online-Shop verkaufte gefälschte Xanax-Tablette enthält nicht das versprochene Benzodiazepin Alprazolam, stattdessen unter anderem die Opioide Oxycodon, Metonitazen und N,N-Dimethylaminoetazen.
Vom Konsum dieser Pillen wird dringend abgeraten. Wir bitten um Weiterleitung der Warnung an alle Personen, die Medikamente außerhalb medizinischer Behandlungen konsumieren.
Metonitazen weist eine etwa mit Fentanyl vergleichbare Potenz auf. Das ohnehin hohe Überdosierungsrisiko beim Konsum hochpotenter Opioide ist für Personen ohne Opioid-Toleranz, die davon ausgehen, ein Benzodiazepin (Xanax) zu konsumieren, nochmals erhöht.
Optisch entspricht die Tablette der Warnung vom Drugchecking Projekt Zürich, die wir im März weitergeleitet hatten (Warnungen) Ob es sich um die gleiche Charge Tabletten handelt, kann nicht abschließend festgestellt werden.

gefälschte Xanax-Tablette
Achtung: Wenn eine Tablette nicht dem entspricht, ist das keine Entwarnung. In den letzten Monaten sind in Deutschland mehrere Fälle falschdeklarierter gefälschter Medikamente und Prodrugs berichtet worden, die hochpotente synthetische Opioide enthielten. Naloxon ist auch bei einer Überdosierung mit neuen synthetischen Opioiden wirksam; ggf. ist aber eine mehrfache Anwendung notwendig, um den Atemstillstand zu beenden. Es sollte zudem eine längere Nachbeobachtung erfolgen, da die Wirkdauer sowie mögliche Wechselwirkungen mit anderen enthaltenen Stoffen nicht bekannt sind.
Mit herzlichem Dank an das Universitätsklinikum Freiburg für die Durchführung der toxikologischen Analysen!“
15. Juli 2026
Drugchecking – Umfrage
Wir wollen herausfinden, ob es einen Bedarf an Drugchecking im Land Sachsen-Anhalt gibt.
Sollte es so sein, wollen wir uns dafür stark machen, ein Modellprojekt zu etablieren.
Deine Meinung ist dafür entscheidend. Nimm hier an unserer Umfrage teil!
26. Mai 2026
Nicht verpassen! Neue Folge: Thema „Co-Anhängigkeit“
Der Themenbereich der Co-Abhängigkeit wird in der neuen Podcastfolge ausführlich besprochen! Wir freuen uns über Euer Feedback. Ihr könnt ihn bei Bedarf auch direkt über Spotify anhören!
9. Oktober 2026
Dr. Mark Benecke in der drobs
Wir durften in der drobs Halle prominenten Besuch begrüßen: Dr. Mark Benecke nahm sich die Zeit, unsere Einrichtung kennenzulernen, die Arbeit der drobs vorzustellen und auf unsere Drugchecking-Umfrage aufmerksam zu machen. Für dieses Engagement und die Unterstützung möchten wir uns herzlich bedanken!
24. Juni 2026
Happy Birthday, Nightline!
10 Jahre Nightline – Safer Feiern in Halle und Umgebung
In diesem Jahr feiert unser Projekt Nightline der drobs Halle, PSW GmbH, sein 10-jähriges Bestehen.
Eine engagiert gewachsene Gruppe aus mittlerweile 12 ehrenamtlichen und 2 hauptamtlichen Personen bietet so seit vielen Jahren niedrigschwellige akzeptierende Infostandsarbeit zu verschiedensten Veranstaltungen im Raum Halle und Umgebung.
Als kostenloses Angebot, ohne feste Projektfinanzierung und durch die leidenschaftliche Arbeit unserer ehrenamtlichen Mitarbeitenden, gelingt es uns die hohe Nachfrage zu bedienen und Themen wie Safer Feiern, Safer Use, Spiking, Konsumreflexion und Drugchecking unter die Menschen zu bringen und so politisch voranzutreiben.
Wir machen weiter so!
Happy Birthday… und auf die nächsten 10 Jahre!
8. Juni 2026
Politik: Wir machen uns stark!
Wir machen uns für die Kinder – und Jugendhilfe stark.
In einem ausführlichen Brief an 12 Abgeordnete in Sachen-Anhalt, darunter Fraktionen der SPD, Die Linke, CDU/CSU, Bündnis 90/Die Grünen, AfD und fraktionslos, haben wir als drobs Halle und Einrichtung des Deutschen Paritätischen Wohlfahrtsverbandes die Pläne der Kürzungen der Kinder- und Jugendhilfe und deren Auswirkungen auch auf die Suchtberatung scharf kritisiert!
Die geplanten Kürzungen können dazu führen, dass junge Menschen und Familien deutlich später Hilfe erhalten, was akute Krisenfälle begünstigt und frühzeitiger Prävention entgegensteht. Wenn individuelle Hilfen nur noch eingeschränkt bewilligt werden, bleiben Jugendliche mit komplexen psychischen Belastungen und/oder Suchtrisiken häufiger ohne passgenaue Unterstützung, was wiederrum zur Verschlimmerung der Situation führt.
Kitas, Schulen oder Jugendsozialarbeit übernehmen bereits heute viele Aufgaben und arbeiten an ihren Belastungsgrenzen. Fallen spezialisierte Hilfen weg, landen Probleme oft erst dann in der Suchtberatung, wenn sie bereits eskaliert sind. Die Reduktion ambulanter Hilfen führt dazu, dass Familienkonflikte, psychische Belastungen und Suchtentwicklungen länger unbehandelt bleiben. Dadurch steigen Fallschwere und Betreuungsaufwand in der Beratungsstelle.
Wenn Nachbetreuung für junge Volljährige gestrichen wird, brechen stabile Unterstützungsbeziehungen ab. Gerade suchtgefährdete junge Erwachsene brauchen häufig Begleitung beim Übergang in Ausbildung, Arbeit und eigenständiges Wohnen. Dies können wir als Suchtberatungsstellen nicht gleichwertig leisten. Die Einschränkung der Hilfen für junge Erwachsene erhöht das Risiko von Wohnungslosigkeit, sozialer Isolation und Perspektivlosigkeit. Leider alles Faktoren, die Suchterkrankungen begünstigen oder verstärken können. Höhere Eigenanteile, geringere Vermögensfreigrenzen und Fahrtkostenbegrenzungen erschweren den Zugang zu Beratung und Therapie. Besonders junge Menschen aus sozialschwachen Familien nehmen Hilfen dann noch seltener oder zu spät wahr. Wenn Leistungen stärker pauschalisiert werden, droht der Verlust individueller Unterstützung. Suchtberatung und Kinder- und Jugendarbeit lebt jedoch von Beziehungsarbeit, Vertrauen und passgenauen Hilfen. Wenn Hilfen zur Teilhabe an Bildung wegfallen, steigt das Risiko von Schulabbrüchen und fehlenden Zukunftsperspektiven. Dabei stellt Perspektivlosigkeit einen zentralen Risikofaktor für problematischen Substanzkonsum dar.
Die Unterbringung unbegleiteter Minderjähriger Geflüchteter in Gemeinschaftsunterkünften mit reduzierten Standards erhöht Traumatisierung, Stress und soziale Ausgrenzung. Auch dies kann und wird zur Verstärkung psychischer Erkrankungen und Suchtproblemen führen.
Durch die Einschränkung des Wunsch- und Wahlrechts können Betroffene Hilfen weniger frei auswählen. Das schwächt Motivation und Vertrauen in das Hilfesystem und erschwert erfolgreiche Beratungsprozesse. Die Kürzungen sparen möglicherweise kurzfristig Geld, führen langfristig aber zu höheren gesellschaftlichen Folgekosten: mehr Suchterkrankungen, mehr Klinikaufenthalte, mehr Wohnungslosigkeit, mehr Jugenddelinquenz und allgemein höhere Belastungen für Gesundheits- und Sozialsysteme!
Ihr wollt selbst etwas tun? Hier kannst Du selbst aktiv werden!
Außerdem könnt ihr die Antwortschreiben der Parteien, die uns auf unseren Brief geantwortet haben, hier einsehen:
Antwort_Die Linke (PDF, 117 KB)
Antwort AFD – Wir haben eine Antwort der AFD erhalten, jedoch keine Freigabe für die Veröffentlichung bekommen.
Antwort_SPD (PDF, 535 KB)
26. Mai 2026
Gedenktag für verstorbene Drogengebraucher*innen 2026
Unter dem bundesweites Motto „Verändern, um Leben zu retten!“ möchten wir am 21.07.2026 auf dem Marktplatz in Halle den Menschen gedenken, die 2025 an ihrem Drogengebrauch verstorben sind.
Durch das vermehrte Auftreten synthetischer Substanzen – u.a. auch synthetische Opioide – wird bundesweit das Thema Drugchecking und Substanzanalyse größere Bedeutung finden müssen. Hierzu wird es zwischen 13 – 17 Uhr verschiedene Reder*innenbeiträge geben.
Wir möchten darauf aufmerksam machen, dass jeder Drogentote einer zu viel ist und möchten Euch einladen mit uns ins Gespräch zu kommen.
Nachtrag: Pressemitteilungen zum Tag:
dubisthalle.de https://dubisthalle.de/internationaler-drogen-gedenktag-in-halle-praevention-entstigmatisierung-und-der-ruf-nach-einer-landesverordnung-fuer-drug-checking/
MDR https://www.ardmediathek.de/video/mdr-sachsen-anhalt-heute/mdr-sachsen-anhalt-heute-vom-21-juli/mdr/Y3JpZDovL21kci5kZS9iZWl0cmFnL2Ntcy81MzEzMmYwOS1mYTZlLTQ0MjktYjJjZi1kNzQ0MTk3YTljNWI (ab Minute 11:08)
MZ https://www.mz.de/lokal/halle-saale/gegen-stigmatisierung-und-fur-mehr-hilfe-halle-erinnert-an-drogentote-4289222
hallelife https://www.hallelife.de/nachrichten/aktuelles/aktionstag-auf-dem-marktplatz-erinnert-an-verstorbene-drogenabhaengige/
19. Mai 2026
Fachtag 2026
Wir laden Sie herzlich am Mittwoch, den 30.09.2026 von 9:00 – 15 Uhr in die Katholische Pfarrei St. Mauritius & St. Elisabeth zu unserem alljährlichen Fachtag ein.
Wissen, was drin ist – Drugchecking als Präventionsansatz
Doch was ist Drugchecking eigentlich genau? Welche Erfahrungen haben andere Bundesländer und ihre Akteur*innen bereits in diesem Themenfeld machen können? Inwiefern ist es eine Interventions- und Präventionsstrategie?
Weitere Informationen finden Sie hier …