24. September 2026
Warnmeldung - PMMA-haltige Tabletten als „Ecstasy“ verkauft
Aktuelle Risikokommunikation des European Drug Alert System (EDAS) der EUDA
Seit Juni 2026 haben Drug-Checking-Angebote in Österreich, Belgien, den Niederlanden, Spanien und der Schweiz Tabletten nachgewiesen, die als Ecstasy verkauft wurden, aber PMMA (para-Methoxymethamphetamin) enthielten. Aus Deutschland liegen derzeit keine Fälle vor. Aufgrund der Verbreitung in mehreren Nachbarländern und der daher erhöhten Wahrscheinlichkeit einer Verbreitung auch in Deutschland leiten wir den Hinweis trotzdem weiter.
Der PMMA-Gehalt variierte erheblich. Einige Tabletten enthielten mehr als 100 mg PMMA, was als potenziell lebensbedrohlich eingestuft wird. Manche Tabletten enthielten ausschließlich PMMA, andere zusätzlich MDMA sowie in geringerem Umfang Ketamin oder Amphetamin.
Die betroffenen Tabletten trugen unterschiedliche Logos und Designs, darunter „Trump“, „Red Bull“, „Club 555“ und „Abarth“ (Fotos siehe Anhang). Derzeit ist unklar, ob die gemeldeten Tabletten auf eine gemeinsame Quelle oder einen gemeinsamen Produktionsprozess zurückzuführen sind. Nach den vorliegenden Informationen wurden die Tabletten über verschiedene Vertriebswege verbreitet, darunter Dealer, soziale Bezugsnetzwerke und das Darknet.
Warum ist PMMA gefährlich?
PMMA ist eine psychoaktive Substanz, die mit einem hohen Risiko akuter Toxizität verbunden ist, da der Abstand zwischen wirksamer und potenziell tödlicher Dosis gering ist.
Schwere akute Vergiftungen können unter anderem umfassen:
- Hyperthermie
- Agitation
- Krampfanfälle
- Rhabdomyolyse
- daraus resultierendes Herz-, Leber- oder Nierenversagen
PMMA wurde mit schweren und tödlichen Vergiftungen sowie Vergiftungsausbrüchen in Verbindung gebracht.
Da PMMA in der Regel nicht gezielt nachgefragt wird, erfolgt die Exposition wahrscheinlich überwiegend über Produkte, die als Ecstasy verkauft werden. Personen, die diese Tabletten erwerben, wissen möglicherweise nicht, dass sie PMMA statt MDMA enthalten. Da die Wirkung von PMMA als schwächer oder verzögert wahrgenommen werden kann als die von MDMA, besteht das Risiko, dass zusätzliche Dosen eingenommen werden, bevor die volle Wirkung eintritt. Dies kann das Risiko einer Überdosierung und schwerer akuter Vergiftungen erhöhen.