8. Juni 2026

Politik: Wir machen uns stark!

Wir machen uns für die Kinder – und Jugendhilfe stark. 

In einem ausführlichen Brief an 12 Abgeordnete in Sachen-Anhalt, darunter Fraktionen der SPD, Die Linke, CDU/CSU, Bündnis 90/Die Grünen und fraktionslos, haben wir als drobs Halle und Einrichtung des Deutschen Paritätischen Wohlfahrtsverbandes die Pläne der Kürzungen der Kinder- und Jugendhilfe und deren Auswirkungen auch auf die Suchtberatung scharf kritisiert!

Die geplanten Kürzungen können dazu führen, dass junge Menschen und Familien deutlich später Hilfe erhalten, was akute Krisenfälle begünstigt und frühzeitiger Prävention entgegensteht. Wenn individuelle Hilfen nur noch eingeschränkt bewilligt werden, bleiben Jugendliche mit komplexen psychischen Belastungen und/oder Suchtrisiken häufiger ohne passgenaue Unterstützung, was wiederrum zur Verschlimmerung der Situation führt.
Kitas, Schulen oder Jugendsozialarbeit übernehmen bereits heute viele Aufgaben und arbeiten an ihren Belastungsgrenzen. Fallen spezialisierte Hilfen weg, landen Probleme oft erst dann in der Suchtberatung, wenn sie bereits eskaliert sind. Die Reduktion ambulanter Hilfen führt dazu, dass Familienkonflikte, psychische Belastungen und Suchtentwicklungen länger unbehandelt bleiben. Dadurch steigen Fallschwere und Betreuungsaufwand in der Beratungsstelle.
Wenn Nachbetreuung für junge Volljährige gestrichen wird, brechen stabile Unterstützungsbeziehungen ab. Gerade suchtgefährdete junge Erwachsene brauchen häufig Begleitung beim Übergang in Ausbildung, Arbeit und eigenständiges Wohnen. Dies können wir als Suchtberatungsstellen nicht gleichwertig leisten. Die Einschränkung der Hilfen für junge Erwachsene erhöht das Risiko von Wohnungslosigkeit, sozialer Isolation und Perspektivlosigkeit. Leider alles Faktoren, die Suchterkrankungen begünstigen oder verstärken können. Höhere Eigenanteile, geringere Vermögensfreigrenzen und Fahrtkostenbegrenzungen erschweren den Zugang zu Beratung und Therapie. Besonders junge Menschen aus sozialschwachen Familien nehmen Hilfen dann noch seltener oder zu spät wahr. Wenn Leistungen stärker pauschalisiert werden, droht der Verlust individueller Unterstützung. Suchtberatung und Kinder- und Jugendarbeit lebt jedoch von Beziehungsarbeit, Vertrauen und passgenauen Hilfen. Wenn Hilfen zur Teilhabe an Bildung wegfallen, steigt das Risiko von Schulabbrüchen und fehlenden Zukunftsperspektiven. Dabei stellt Perspektivlosigkeit einen zentralen Risikofaktor für problematischen Substanzkonsum dar.
Die Unterbringung unbegleiteter Minderjähriger Geflüchteter in Gemeinschaftsunterkünften mit reduzierten Standards erhöht Traumatisierung, Stress und soziale Ausgrenzung. Auch dies kann und wird zur Verstärkung psychischer Erkrankungen und Suchtproblemen führen.
Durch die Einschränkung des Wunsch- und Wahlrechts können Betroffene Hilfen weniger frei auswählen. Das schwächt Motivation und Vertrauen in das Hilfesystem und erschwert erfolgreiche Beratungsprozesse. Die Kürzungen sparen möglicherweise kurzfristig Geld, führen langfristig aber zu höheren gesellschaftlichen Folgekosten: mehr Suchterkrankungen, mehr Klinikaufenthalte, mehr Wohnungslosigkeit, mehr Jugenddelinquenz und allgemein höhere Belastungen für Gesundheits- und Sozialsysteme!

Ihr wollt selbst etwas tun? Hier kannst Du selbst aktiv werden!

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